St. Wendelinus Bösingen

Rundgang durch Bösingen aus der Sicht eines Besuchers

Wenn man von Rottweil (Autobahn) her über Herrenzimmern nach Bösingen fährt, fällt einem - gute Sicht vorausgesetzt - rechts die schöne Aussicht auf den Plettenberg (Schwäbische Alb) auf und links die ebenfalls sehr schöne Aussicht auf den Schliffkopf und den Brandenkopf, beides Bergspitzen des mittleren Schwarzwaldes.
Man fährt durch ein sanft gewelltes Hügelland des Hochplateaus zwischen Schwäbischer Alb im Osten und Schwarzwald im Westen. Im Norden liegt in ca. 90 km Entfernung die Landeshauptstadt Stuttgart, im Süden in gleicher Entfernung der Bodensee.
Die Fahrt ist sehr abwechslungsreich durch Felder und Wiesen, unterbrochen von schönen Feldhecken, dann kommt man durch ein Waldstück.
Der Blick wird bei Verlassen des Waldes wieder weit und plötzlich liegt es da, Bösingen.
Weder an Eschach noch an Neckar gelegen, wie der Name der Seelsorgeeinheit vermuten lässt, sondern irgendwo dazwischen.
Als erstes fällt der keilförmig in die Luft ragende moderne Kirchturm mit seinem markanten Kreuz auf und mehrere rauchende Kamine.
Wenn Sie die Fensterscheibe herunterkurbeln, steigt Ihnen gleich ein leichter Duft von Rauchfleisch in die Nase. Sie sind angekommen in Bösingen, im Dorf des „Schwarzwälder Specks“, dem Exportschlager der ganzen Gegend.
Sie passieren das Ortsschild und Ihnen fallen sicherlich sofort die gepflegten Anwesen mit ihrem schönen Blumenschmuck rechts und links der Hauptstraße auf.

Beim Weiterfahren - die Hauptstraße führt gerade bergab in einer S-Kurve in den Ort hinein - kommt Ihnen vielleicht gerade der Gedanke, etwas zu essen wäre jetzt nicht schlecht. Schon sehen Sie vor sich ein imposantes Bauwerk, das Gasthaus „zum Wilden Mann“.
Vielleicht denken Sie, wo bin ich denn da hingeraten, wenn die Ihre Gasthäuser schon „zum Wilden Mann“ nennen. Bis Sie den Sinnspruch an der Hauswand lesen: „Der wilde Mann kennt keinen Streit, nur Frohsinn und Gemütlichkeit.“
Sie treten ein, werden neugierig angeschaut, grüßen und erhalten als Antwort gleich ein „Daaaag“, den gebräuchlichen Gruß der Bösinger.
Es wird Ihnen auffallen, dass man Sie allenthalben grüßt, obwohl man Sie überhaupt nicht kennt. In Bösingen grüßen sich die Leute noch auf der Straße. Auch sonst werden Sie sehr schnell merken, dass die „Baisinger“, wie sie sich in ihrem eigentümlichen schwäbischen Dialekt selbst nennen, gesellige Leute von großer Offenheit sind. Dies ist bereits in den alten Pfarrbüchern vermerkt. Hier wurden die Bösinger als „ein geselliges Völkchen, das zum Trunke neigt“ bezeichnet.
Wenn Sie der Unterhaltung am Stammtisch zuhören, fällt Ihnen ganz schnell noch eine Besonderheit von Bösingen auf. Die reden sich mit seltsamen Namen an. Das sind die alten Hausnamen. Sie haben sich aus der Tradition heraus erhalten. Es gibt in Bösingen nur 6 einheimische Nachnamen: Bantle, Banholzer, Kopf, Ohnmacht, Müller, Stritt. Alle anders lautenden Nachnamen sind von Zugereisten oder wie der Bösinger sagt, von „Riegschmeckte“.
Kein Wunder also, dass sie schon um Verwechslungen zu vermeiden Hausnamen als Unterscheidungsmerkmal zwischen den einzelnen gleichnamigen Familien heranziehen müssen.
Wenn Sie sich nun, mit einem deftigen Mahl gestärkt, sicherlich ohne Chance die aufgetischte Portion zu bewältigen, im Ortskern umschauen, fällt so einiges auf.

Gleich gegenüber trifft sich die Jugend im katholischen Jugendhaus.

Weiter links sticht eine Bushaltestelle, dahinter ein großer Parkplatz, hinter dem Parkplatz ein Schulzentrum mit Mehrzweckhalle und Lehrschwimmbecken ins Auge. Ebenso eine Physiotherapiepraxis und eine Fahrschule.

Bei der Weiterfahrt auf der Hauptstraße zweigt eine Straße rechts ab nach Epfendorf im Neckartal. Fahren wir zunächst auf ihr weiter.
Rechts in dieser Epfendorfer Straße steht gleich das "Haus Josefine" - entstanden aus der "Olga-Stritt-Stiftung". Dies ist eine betreute Wohnanlage mit regelmäßigen Angebote für Senioren und gleichzeitig ist dort der Sitz der Sozialgemeinschaft. Ebenfalls in der Epfendorfer Straße steht das Rathaus.

Die Straße steigt an und beschreibt eine Rechtskurve, gesäumt von landwirtschaftlichen Hofstellen, die den ländlichen Charakter von Bösingen deutlich machen. Schon ist man wieder aus dem Ort draußen Richtung Epfendorf.

Kehren wir also wieder um und fahren auf der eigentlichen Hauptstraße weiter an der Pilsbar „Sonne“ vorbei Richtung Oberndorf.

Rechts sehen wir ein Geschäftsgebäude mit einem Friseursalon, einer Versicherungsagentur und dem liebevoll gestalteten Caffee Bottega, weiter zurückversetzt die Bäckerei.
Die Hauptstraße gabelt sich mitten im Ort rechts nach Oberndorf / Beffendorf und weiter im Kreisverkehr Richtung Dunningen.
Fahren wir zunächst Richtung Beffendorf weiter. Die Straße steigt an und beschreibt eine Rechtskurve. Kurz vor der Kurve liegt der „Ratskeller“, eine Pizzeria. Nach der Rechtskurve kommt gleich der Ortsausgang und links liegen die Sportanlagen des erfolgreichen VfB Bösingen. Ein neues Sportheim steht auf der gut gepflegten Sportplatzanlage. Bösingen wurde einer breiteren Bevölkerung vor allem durch einen sehr erfolgreichen - aus Bösingen stammenden Spieler - bekannt. Dieser steht seit der Saison 2015/16 beim Bundesligisten FC Bayern München unter Vertrag und seit 2016 ist er im Kader der Nationalmannschaft. Ein weiterer sehr erfolgreicher Verein, der hier angesiedelt ist, ist der Sportschützenverein mit seinem gemütlichen Schützenhaus. Bösingen zeichnet sich ohnehin durch ein reges Vereinsleben aus. Ebenso sind auch Exoten wie ein Drachenfliegerverein darunter. Auch die Musikkapelle und der Männergesangverein können sich sehen lassen. Sie sind beide bei kirchlichen Anlässen sehr aktiv (Prozessionen, Gottesdienste).

Wenn wir jetzt an der vorherigen Weggabelung Richtung Dunningen fahren sehen wir rechts einen großen Arbeitgeber des Ortes, das Straßenbaugeschäft der Gebrüder Bantle mit seinem neuen imposanten Firmengebäude.

Am Ortsausgang Richtung Dunningen tut sich ein wunderschöner Blick auf ein weiteres Wahrzeichen von Bösingen auf, die Marienkapelle.
Sie thront auf einem Hügel außerhalb des Ortes gen Westen hin. Von dort hat man einen sehr schönen Blick über den mittleren Schwarzwald. Diese Kapelle wurde in Eigeninitiative aus dem Turm der alten Kirche errichtet. Die Marienkapelle ist ein weit herum bekannter Anziehungspunkt für die Menschen aus der Umgebung.

Wir  fahren zurück zur Ortsmitte und machen noch einen Abstecher in die 1982 geweihte moderne Pfarrkirche, die dem heiligen Wendelinus geweiht ist.  Daneben ist das neue Gemeindezentrum. Unweit davon entfernt – auf dem Weg zum Friedhof – liegt die ehemalige Pfarrscheuer (heute Bauernmuseum).